Haltung

Domestizierte Prachtfinken sind in der Haltung relativ anspruchslos und genügsam. Zebrafinken sollte man stets paarweise halten, und Japanische Mövchen in größeren Kolonien. Wenn man Mövchen in Zebrafinkenvolieren einsetzt, hat man den Vorteil dass sie ihr ruhiges Temperament auf die Zebrafinken übertragen. Reisfinken sind leider recht aggressiv, und deshalb halte ich sie außerhalb der Zucht nach Geschlechtern getrennt.

Während der Zucht verwende ich Zuchtboxen mit den Maßen 60x40x40 cm bzw. 80x50x50 cm, und außerhalb der Zucht halte ich meine Vögel in Volieren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Prachtfinken in Zuchtboxen bereitwilliger zur Brut schreiten als in Volieren, da sie sich geborgener fühlen.

 

Ich verwende bei meinen Zuchtboxen Trennungen, die ich herausnehmen kann. Ich habe dann Boxen die ich auch als Absetzboxen verwenden kann. Außerdem verwende ich Kotladen aus Kunststoff welche, leicht zu reinigen und sehr hygienisch sind. Buchenwippen verhindern beim Herausnehmen der Kotlade das Entkommen von Vögeln.

 Außenfütterungen haben sich bei mir bestens bewährt weil sie nicht beschmutzt werden können, und leicht zu handhaben sind bis auf Ausnahmen *g*.

 

Licht spielt bei der Prachtfinkenzucht eine sehr bedeutende Rolle. Sonnenlicht beinhaltet UV-Strahlen, welche im Vogelkörper Vitamin-D frei werden läßt, deshalb verwende ich in meinem Zuchtraum zwei 58 Watt Leuchtstoffbalken. Bei einer Röhre handelt es sich um eine Reptilienröhre welche einen relativ hohen Tageslichtanteil hat. Problem: UV-Licht verfälscht die Farben, deshalb kombiniere ich die Reptilienröhre mit einer normalen "warmen" Leuchtstoffröhre.

Ich kombiniere meine Beleuchtung mit Dimmlichtern. Das sind 5 Watt Birnen die sich automatisch nach abschalten des Lichts aktivieren. So können Vögel auch nach abschalten des Lichts noch ins Nest zurückfinden. Ich habe in meinem Zuchtraum täglich 15 h Licht. Meine Lichtintervallen gehen von 6 Uhr bis 12 Uhr, danach 3 h Ruhezeit und von 15 Uhr bis 21 Uhr. Durch den größeren Beleuchtungszeitraum füttern Elternvögel ihre Jungen länger und öfter, was auch bewirkt das Jungtiere schneller wachsen.

 

Speziell während der Zucht kommt es im Zuchtraum zu einer verstärkten Staubentwicklung. Jungtiere werden flügge und probieren erste Flugversuche. Die Luft wird dadurch mit Staub enorm belastet - häufig sind Atembeschwerden und Luftsackmilben die Folge. Um dieses Risiko zu minimieren, verwende ich einen Ionisator welcher den mikroskopisch feinen Staub vernichtet und schädliche Keime wie Viren und Bakterien beseitigt. Weiteres werden unangenehme Gerüche wirkungsvoll beseitigt. Ionisatoren produzieren negative Ionen. Der Grund ist, dass negative Ionen (negativ geladene Luftmoleküle) sich wie Magneten verhalten, die sich gern an Gegenständen erden - in diesem Fall am Ionisator. Der mikroskopisch feine Staub wird aus der Luft gebunden und setzt sich ab.

Während der Sommermonate sind in meinem Zuchtraum ständig die Fenster gekippt - dies bewirkt eine optimale Luftumwälzung und Versorgung der Vögel mit Frischluft.

 

Ich verwende in meinem Zuchtraum grundsätzlich kein Einstreu sondern jediglich Zeitungspapier. Zeitungspapier hat den Vorteil dass es leicht austauschbar ist, keine Staubentwicklung bewirkt und noch dazu billig ist. Die Vögel die Zeitung ohnehin nicht anknabbern ist dies vom gesundheitlichen Aspekt unbedenklich.

 

Badewasser ist für die Gefiederpflege sehr wichtig. Mehrmals pro Woche reiche allen meinen Vögeln Badewasser. Dies beschleunigt den Mauservorgang und wirkt sich außerdem positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Nach dem Badevorgang entferne ich das Badewasser um Infektionen und Darmstörungen vorzubeugen.

 

Domestizierte Prachtfinken sind außerdem recht hart und ausdauernd. Man könnte sie auch ganzjährig im Freien in einer Freivoliere mit Schutzraum halten. Ich halte meine Vögel jedoch ganzjährig bei einer Temperatur zwischen 17 und 23 Grad. Im Winter verwende ich in meinem isolierten Zuchtraum eine elektrische Heizung.