Zucht

Domestizierte Prachtfinken schreiten unter "normalen" Bedingungen relativ bereitwillig und rasch zur Brut. Man sollte jedoch vor Brutbeginn die Paare auf die Zucht vorbereiten. Ich bauere die Zuchttiere deshalb meist 4 Wochen vor Brutbeginn ein. In diesen 4 Wochen habe ich Zeit um nicht harmonierende Paare zu trennen, bzw. den Vogel auf die bevorstehende Zucht einzustellen, durch bereitstellen eines größeren Mineralienangebots. Speziell der Körper der Henne wird bei der Brut extrem beansprucht, und deshalb muss das Mineralienangebot optimal gewährleistet sein.

Damit der Vogel in Brutstimmung kommt ist es angebracht Vitamin-E separat zu verfüttern - in Form von Weizenkeimöl über das Aufzuchtfutter oder durch Zugabe eines handelsüblichen Vitamin-E-Präparates in das Trinkwasser. Vitamin E wird auch als Fruchtbarkeitsvitamin bezeichnet, da es die Keimdrüsen anregt. Nach 4 Wochen biete ich meinen Vögeln eine Nistgelegenheit an. Ich verwende für die Zucht von Reisamadinen ausschließlich Halboffene Nistgelegenheiten. Die Maße sind 18 cm (Höhe) x 15 cm (Breite) x 15 cm (Tiefe). Nistkästchen sollten unbedingt aus Holz sein, zum Einen weil sie Feuchtigkeit aufnehmen, und zum anderen weil sie kein Kondenswasser bilden. Die Nistkästchen werden von mir außen an der Zuchtbox angebracht.
Japanische Mövchen und Zebrafinken brüten auch in Halboffenen Nistkästchen. Die Maße lauten 14 cm (Höhe) x 12 cm (Breite) x 10,5 cm (Tiefe). Ich habe auch einige Paare die keine Nistkästchen annehmen. In diesem Fall verwende ich Kaisernester in welche vom entsprechenden Zuchtpaar die Nester selbst gebaut werden.
Als Nistmaterial biete ich meinen Tieren Kokosfasern und Scharpie an. Kokosfasern können vom Prachtfinkenschnabel leicht verarbeitet werden, da sie sehr biegsam sind. Tipp: Wenn die Henne das erste Ei gelegt hat, alles in der Zuchtbox verfügbare restliche Nistmaterial herausnehmen, denn sonst kann es passieren dass die Henne das Gelege überbaut.

Ab dem 3-4 Ei beginnt das Paar das Gelege abwechselnd zu bebrüten. Die Brutdauer dauert bei Reisfinken und Zebrafinken zwischen 13 und 14 Tagen und bei Japanischen Mövchen zwischen 12 und 13 Tagen. Domestizierte Prachtfinken legen im Schnitt zwischen 5 und 8 Eier. Nach dem Schlupf werden die Jungtiere abwechselnd von ihren Eltern gefüttert.

Rechts zu sehen frisch geschlüpfte Reisfinken;
Im Vergleich zu unten frisch geschlüpfte Zebrafinken;

 Während Zebrafinken bereits nach 3 Wochen das Nest verlassen, bleiben Reisfinken ca. 1 Monat im Nest. Wenn die Jungtiere selbständig werden, setzte ich sie in eine geräumige Absetzbox, in der sie erstmals lernen selbständig zu werden. Meistens gebe ich zu einer Jungtiergruppe ein erfahrenes Alttier hinzu welches die Jungen anlernt. Ein Monat später gebe ich die Jungtiere in eine geräumige Jungtiervoliere ins Freie, welche als Sommerresidenz dient. Hier haben die Jungen nun Zeit zum umfärben, wachsen und adult werden. Die natürliche Sonne, frische Luft und tägliches Badewasser beschleunigen den Mauservorgang.


Reisfinken brauchen bis zum Erreichen des adulten Gefieders ca. 4 Monate. Reisfinken schauen während der Mauser schrecklich aus *g*, denn sie haben über den ganzen Körper Kahlstellen und die Schnäbel werden total hell. Reisfinken wirken regelrecht krank während der Mauser, da sie sich zum Teil ziemlich apathisch benehmen. Ich reiche deshalb meinen Reisfinken während des Mauservorganges eine sehr vitaminreiche Kost, und alle 2 Tage ein Multivitaminpräparat. Doch nach abgeschlossener Mauser erscheinen die Tiere in voller Pracht und erblühen direkt!!

Zebrafinken und Japanische Mövchen mausern ziemlich rasch und problemlos.
 

Man sollte junge Prachtfinken die inmitten des Gefiederwechsels stehen auf keinen Fall umsiedeln, denn durch die veränderten Umgebungsbedingungen besteht die Gefahr das die Tiere in der Mauser regelrecht stecken bleiben (Stockmauser) und ihr adultes Gefieder erst nach 1 bis 1 1/2 Jahren erreichen, nämlich bei der nächsten Mauser.